Vareler fahr´n Fahrrad!

Ein Gespräch mit Hans-Joachim Janßen, Landtagsabgeordneter aus Varel.

Hans-Joachim JanßenHerr Janßen das „gelbe Ei“ ist zu ihrem Markenzeichen geworden. Was verbirgt sich darunter für ein Rad?

Wenn man die Karosserie abbaut dann würde ein dreirädriges Liegerad darunter hervorkommen. Die Karosserie ist nicht selbsttragend, sondern es verbirgt sich unter der Verkleidung ein ganz normaler Stahlrahmen.

Die Verkleidung ist dazu da, einerseits den Luftwiderstand geringer zu halten und zum anderen ist es natürlich ein optimaler Witterungsschutz.

Was gibt es noch für Vorteile?

Als ich das Fahrrad gekauft habe, war eine der wesentlichen Überlegung dabei, dass ich ein Fahrrad suchte um meinen Sohn auf bequeme Art und Weise zum Kindergarten bringen zu können und das war in diesem Gefährt ganz gut möglich. Bis er jetzt zu groß geworden ist, konnte er in den Gepäckraum auf den Kindersitz. Das ist ein weiterer Vorteil: Geschützt, nah bei, wir können uns während der Fahrt unterhalten. Das ist etwas was z.B. ein Fahrradanhänger so nicht bieten kann. Außerdem ist das Fahren sehr bequem: man sitzt wie im Sessel.

Sind sie mehr mit dem Rad unterwegs seit sie das „Gelbe Ei“ besitzen?

Ich glaube wohl, weil ganz einfach auch der Radius etwas größer ist als mit einem normalen Fahrrad. Strecken bis zu 15-20 Kilometer sind ganz gut machbar, wenn man nicht auf Zeit fahren muss. In den letzten Jahren sind das im Durchschnitt so 3.000 Kilometer gewesen.

Nutzen Sie das Rad auch im Alltag, z.B. auf dem Weg zur Arbeit?

Kalr, das Rad ist Teil meiner „Alltagsmobilität“zumindest in Varel und umzu. Zur Zeit nutze ich das „Gelbe Ei“ manchmal wenn ich nach Hannover fahre, um damit morgens zum Bahnhof zu fahren. Also wenigstens einen Teilweg des Arbeitsweges.

Auch beim Autofahren können Sie das pedalieren nicht ganz lassen... ?

Nein, seit den „geänderten Lebensumständen“ – seit März letzten Jahres. Nicht alle Ziele hier in der Region sind mit den Fahrrad erreichbar. Und mit Busen sowieso nicht dann wenn es ein Termin erfordert. Nach längerem Suchen bin ich dann auf das Twike gestoßen ein Elektroauto mit Pedalhilfsantrieb.

Was könnte man Ihrer Meinung nach tun, um mehr Vareler auf´s Rad zu bringen?

Da fallen mir zunächst die Abstellanlagen am Vareler Bahnhof ein, die ganz dringend verbessert werden müssen. Derzeit ist der Fahrradstand völlig unattraktiv. Insbesondere auch für ältere Leute, die Ihr Rad da halb hochhieven müssen. Es wäre wünschenswert, wenn es zusätzlich Fahrradgaragen geben würde. Das ist ein Einzelproblem – ein generelles ist, das manche Radwege vom Zustand her und auch von der Baubreite nicht geeignet sind um mit vernünftiger Geschwindigkeit genutzt zu werden. Manche Radwege sind zudem unübersichitlich: wenn sich zwei Fahrräder mit Kinderanhängern entgegenkommen, gibt es ein Problem: Die kommen nicht aneinander vorbei. Besonders problematisch wird es dann auf einigen Radwegen, wenn auch noch die Müllabfuhr kommt und der Radweg zur Slalomstrecke mit den Mülltonnen wird.

Welches Traumziel haben sie? Wo würden sie gern mal Fahrrad fahren?

Eigentlich lädt unsere Gegend mit der flachen Topographie und der tollen Landschaft ja geradezu zum Rad fahren ein. Es würde mich allerdings sehr reizen durch Mecklenburg-Vorpommern und dann über die Grenze entlang der Küste bis nach Masuren zu radeln – wenig Verkehr und eine beeindruckende Landschaft. 

Worin liegt für Sie der Reiz am Fahrrad fahren?

Zum einen ist es eine sportliche Betätigung die ich prima im Alltag machen kann. Anders als bei vielen anderen Sportarten, für die man sich besonders Zeit nehmen muss, ist das Radfahren leichter in den Alltag integrierbar. Von daher mache ich es dann auch regelmäßig, weil es so einfach geht. Zum anderen ist da der gesundheitliche Aspekt: Ich merke das schon, wenn ich mal zwei oder drei Tage nicht gefahren bin. Dann fühle ich mich lahmer. Der zweite Punkt: Man verbraucht kein Benzin, also keine fossile Energie, sondern nutzt das, was man umsonst zur Verfügung hat, die eigene Energie. Der dritte Punkt ist, dass das Radfahren einen vergleichsweise geringen Aufwand bedeutet. Wenn man sich z.B. überlegt was es bedeutet mit einem normalen Auto zu fahren, ist das Rad deutlich günstiger als ein Zweitwagen. Dann kann man sich z.B. auch überlegen, ob es bisweilen nicht günstiger ist, für unterschiedliche Ansprüche bzw. Nutzungen unterschiedliche Fahrradtypen anzuschaffen.

Hans-Joachim Janssen

www.vareler-fahrn-fahrrad.de

Homepage
Homepage
Homepage