Vareler fahr´n Fahrrad!

Ein Interview mit Margrit und Jörg Waegner aus Varel

Wofür nutzen die Waegners das Fahrrad?

Margrit W.: Zum Einkaufen...

Jörg W.: Um zur Arbeit zu fahren...

Margrit W.: Für Radtouren...

Jörg W.: ...Tagesradtouren, Urlaubsradtouren - hauptsächlich wir beide...

Margrit W.: Und wenn man etwas in der Stadt erledigt werden muss. Die Kinder natürlich für den Weg zur Schule und in der Freizeit.

Fahren Sie täglich Rad?

Beide: Ja!

Was haben Sie für Räder?

Jörg W.: Ich habe ein Reiseliegerad und außerdem noch ein Reiserad von der Fahrradmanufaktur. Das sechs Jahre alte Tourenrad nutzt überwiegend mein Schwiegervater, wenn er zu Besuch ist. Der fährt auch besonders gerne Rad. Und dann habe ich noch so eine „Klapperkiste“, das haben mir meine Schüler mal als Abschiedsgeschenk vermacht und bunt angemalt. Damit kann ich in den Wald zum Joggen fahren. Das muss ich dann auch nicht abschließen. Vier Fahrräder insgesamt.

Margrit W.: Ich habe zwei. Ich habe ein Cityrad mit Anhängerkupplung, da kann ich den „Donkey“, den Fahrradanhänger, schnell dran machen und ein Trekkingrad mit Kettenschaltung. Das ist mein alltägliches Rad...

Und der Fahrradanhänger ist dann ihr Kofferraum?

Margrit W.: Der wird mal mehr und mal weniger genutzt. Früher hatte ich eine bessere Kupplung, da habe ich ihn öfter gebraucht. Jetzt habe ich tolle Fahrradtaschen. Das geht auch prima.

Jörg W.: Aber für zwei Bierkästen ist er ideal – und umso mehr da drin ist, umso besser fährt es sich damit.

Greift das Liegeradfieber in der Familie um sich?

Margrit W.: Bei mir noch nicht so...

Jörg W.: Bei mir auf jeden Fall und bei unserer großen Tochter auch. Die nimmt das Liegerad, wenn Sie es kriegen kann!

Margrit W.: Wir haben uns die Räder ja gemeinsam angeschaut. Ich habe eher mit einem dreirädrigen Liegeräder geliebäugelt. Aber dabei ist es bis jetzt geblieben.

Und bei gemeinsamen Radtouren, sind Sie da mit dem Liegerad nicht wesentlich schneller? Und wie unterhalten sie sich?

Margrit W.: Dann müssen wir uns auf eine Geschwindigkeit einigen. Das bekommen wir auch hin!

Jörg W.: Und ich muss immer nach oben gucken – weil meine Frau dann über mir steht (...lacht).

Sind Sie auch mit den Rädern im Urlaub unterwegs?

Margrit W.: Ja wir sind im letzten Jahr den Donauradweg entlang gefahren. Und wenn wir an die Ostsee fahren, z.B. um meine Eltern zu besuchen, nehmen wir immer die Räder mit. Da sind wir direkt am Wasser und haben auch schon alles beradelt.

Jörg W.: Dann ist es auch egal, ob wir zwei Tage fahren oder drei Wochen – die Räder sind immer dabei. In den letzten Jahren nutzen wir überwiegend die Bahn um die Räder mitzunehmen. Allein um die Staus zum Beispiel rund um Hamburg zu umgehen. Das ist zwar in der Hauptreisezeit auch nicht immer einfach mit dem Platz...

Margrit W.: Und wenn man noch eine Kind dabei hat, ist es manchmal noch schwieriger. Weil die das Rad auch noch nicht so handhaben können.

Und dieses Jahr geht´s an die Weser? Wo starten Sie da?

Jörg W.: Ja, dieses Jahr nehmen wir uns den Weserradweg vor.

Margrit W.: Wir starten von Hannoversch-Münden und fahren dann die Weser entlang bis nach Elsfleth hoch und von da nach Hause. Wir haben Tagestouren von ca. 60-70 Kilometer geplant und wollen uns auch verschiedene Sachen anschauen. Wenn das Wetter nicht mitspielt, fahren wir einfach mit dem Zug zurück.

Das hört sich an, als wenn die ganze Familie richtig viel Fahrrad fährt? Sie haben auch nur ein Auto. Wie empfinden Sie die Situation für Fahrradfahrer in Varel?

Margrit W.: Es ist schon schön in Varel Rad zu fahren. Aber es gibt auch Sachen die nicht so toll sind.

Jörg W.: Zum Beispiel ist der Radweg in Büppel sehr schmal und die Verkehrsführung in der Neuen Straße ist für Radfahrer fürchterlich.

Margrit W.: ... und man kommt auch in Bedrängnis wenn einem die Autos in der Einbahnstraße schnell entgegen kommen.

Jörg W.: Was mir einfällt ist die Ampel Osterstraße Ecke Bgm.-Heidenreichstraße. Die Ampel reagiert nicht auf Radfahrer, wenn man auf der Straße steht. Dann muss man die Druckampel benutzen und da kann es einem passieren, wenn man im falschen Moment drückt, dass die Autofahrer grün bekommen, die Rad- und Fußgängerampel in die gleiche Richtung aber rot bleibt. Das funktioniert anderswo, zum Beispiel in Jaderberg besser...

Das ist so ähnlich wie mit den Schlafampeln, die für Radler dauerrot sind – auch wenn kein Auto kommt. Sie haben eine sehr starke Motivation Rad zu fahren. Ist das Rad fahren für Sie so etwas wie eine Philosophie?

Jörg W.: Philosophie ist vielleicht ein bisschen hoch gegriffen...

Margrit W.: Philosophie eher nicht! Aber eine Überzeugung. Ich fahre aus Überzeugung Rad, wegen der Gesundheit und auch wegen der Umwelt. Ich würde kein zweites Auto haben wollen.

Jörg W.: Man kann auf dem Rad die Landschaft erleben. Jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit. Darauf möchte ich nicht verzichten.

Wie kann man Ihrer Meinung nach mehr Leute auf´s Rad bekommen?

Margrit W.: Ich bin doch mit dem Fahrrad genauso schnell in der Stadt wie mit dem Auto – davon würde ich gerne viele überzeugen. Aber oft hat das Auto einen höheren Stellenwert und ist dann auch in Schuss. Das Fahrrad steht aber ganz hinten in der Garage und muss erst aufgepumpt werden.

Jörg W.: Ja, man müsste die Leute von den Vorteilen überzeugen. Aber dafür müssen Sie es einfach machen!

Familie Waegner

www.vareler-fahrn-fahrrad.de

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