Mit dem heutigen Beitrag endet unsere Serie “Vareler fahr’n Fahrrad” für's Erste. Zum Schluss haben wir vom FRIEBO mit Frank Glanert gesprochen, der in den letzten Wochen für die Agenda-Gruppe "Verkehr und Mobilität" Vareler Persönlichkeiten vorgestellt hat, die prominent sind, eine besondere Beziehung zum Rad fahren haben oder beides. Für seine lebendigen Interviewsbeiträge bedanken wir uns an dieser Stelle noch einmal herzlich!
Auch weiterhin ein offenes Ohr für Fragen rund ums Radfahren
FRIEBO: Das war ja eine ganze Menge Arbeit, die Sie in die Interviewserie investiert haben. Was war Ihre Motivation, das zu machen?
F. Glanert: Die Idee war durch die Kooperation des ADFC mit der Agenda-Gruppe, in der ich Mitglied bin, entstanden. Es ging vor allem darum, darauf aufmerksam zu machen, wie viele Menschen hier mit dem Fahrrad unterwegs sind und so Öffentlichkeitsarbeit für dieses Fortbewegungsmittel zu machen. Wir haben die Interviews jeweils in der Gruppe vorbereitet und ich habe dann mit den Leuten gesprochen. Das waren zum größten Teil lange und sehr interessante Gespräche.
FRIEBO: Haben Sie durch Ihre Gespräche neue Erkenntnisse über das Rad fahren In Varel gewonnen?
F Glanert: Grundsätzlich kam dabei raus, dass die Leute sehr gerne hier Rad fahren - wobei die Betonung auf hier` liegt - also in unserer schönen friesischen Landschaft. Nur die wenigsten wollen in. die Berge. Natürlich gab es auch einige Hinweise auf verschiedene neuralgische Punkte für Radfahrer in Varel, wie bestimmte Querungen mit Druckampeln, an denen Radfahrer grundsätzlich stehen bleiben müssen, auch wenn kein Verkehr ist oder das neue - leider wieder holperige - Pflaster am Anfang der frisch restaurierten Lange Straße. Auch der gegenläufige Radverkehr, zum Beispiel in der Neue Straße oder der Oberen Obernstraße, der grundsätzlich begrüßt wird, macht manchen Probleme, weil die Autofahrer zu wenig Rücksicht auf Radfahrer nehmen und die Schilder, die darauf hinweisen, zu klein sind, um von Autofahrern wahrgenommen zu werden.
FRIEBO: Und was passiert nun mit diesen Ergebnissen, fließen die in die weitere Agenda / ADFC-Zusammenarbeit ein?
F Glanert: Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, die Ergebnisse konzeptionell aufzuarbeiten und daraus auch Handlungsvorschläge zu entwickeln. Dazu wollen wir aber eventuell eine breit angelegte, repräsentative Befragung durchführen, denn schließlich soll das Ganze auch Hand und Fuß haben. Auf jeden Fall werden wir auch weiterhin ein offenes Ohr für alle Fragen rund um den Rad- und Fußgängerverkehr haben. Dabei möchte ich aber betonen, dass wir alle Verkehrsteilnehmer im Blick haben, denn es gibt kaum jemanden, der sich grundsätzlich nur fürs Auto oder nur fürs Fahrrad entscheidet. Darum haben wir auch den Fahrradnachmittag beim Frühlingsfest am vergangenen Sonntag parallel zur Autoschau veranstaltet.
FRIEBO: Nun aber zu dem Radfahrer Frank Glanert - und da bedienen wir uns jetzt Ihres eigenen Fragenkataloges. Was für ein Rad fahren Sie und wofür nutzen Sie das Fahrrad?
F Glanert: Mein „Hauptrad" ist ein universelles Mountainbike, das als Cityrad mit allem notwendigen Zubehör wie Gepäckträger und ähnlichem ausgestattet ist. Das nutze ich für alle alltäglichen Fahrten und ausgiebig in der Freizeit sowie im Urlaub. Ich habe außerdem noch ein Rennrad und ein Hollandrad - und hin und wieder teste ich auch spezielle Räder, zum Beispiel für ein regionales Fahrradmagazin. Das Rad, mit dem Sie mich hier fotografiert haben, habe ich für den Fahrradtag besorgt. Es ist ein „Bakfiets" aus Holland mit einem großzügigen Gepäckraum hinter dem Vorderrad. Damit kann man bequem zwei Kinder transportieren und wenn man die Sitzbank hochklappt auch die Einkäufe. Der Vorteil bei diesem Modell ist der tiefliegende Schwerpunkt, so dass man damit sehr stabil fahren kann.
FRIEBO: Wie sieht es mit Ihrer Familie aus, teilt sie Ihre Liebe zum Radfahren?
F Glanert: Ja, wir nutzen eigentlich alle das Rad - unser Großer für Freizeitaktivitäten und der sechsjährige Joel testet sogar mit mir Fahrräder - so wie hier auf dem Foto den Sitz des Bakfiets. Aber er macht auch lange Radtouren mit seinem eigenen Fahrrad mit und wenn ihm die Puste ausgeht, nehmen wir eben die Schleppstange. Im Sommer unternehmen wir beide eine Vater-Sohn-Radtour nach Holland.