Vareler Radgeschichten
“Wir sind auf jeden Fall in diesem Jahr wieder dabei”
...bei der Radtour auf dem Landschafts-Erkundungspfad rund um Varel
Erinnern Sie sich noch an die Serie im Friebo, bei der vergangenes Jahr Vareler Radler im Interview zu Wort kamen? Die eine oder andere Anekdote war genauso dabei wie manche witzige Begebenheit. In diesem Jahr stehen diese Geschichten rund um´s Fahrrad und Radfahren im Vordergrund. Denn rund um die Radfahrerstadt Varel gibt es Einiges zu erzählen.
Heute berichten wir über die längste Radtour, die Annika (7) mit ihrer Schwester Antonia (3) und ihren beiden Eltern Susanne und Sören bis dahin unternommen hat. Alle Geschichten finden Sie auch im Internet unter www.vareler-fahrn-fahrrad.de
Als Familie Raddatz aus Varel an diesem Sonntagmorgen beim Frühstück zusammen sitzt, ist die Idee noch ganz jung. Erst gestern Abend haben sie von der Radtour auf dem Landschaftse rkundungspfa d erfahren, die heute stattfinden sollte. Der Blick aus dem Fenster ist alles andere als vielversprech end – dicke, dunkle Wolken wechseln sich mit Sonnenschein ab. Und windig ist es auch. Aber das kann die vier, Annika und Antonia und ihre Eltern Susanne und Sören nicht wirklich abschrecken und die Idee einer gemeinsamen Radtour ist einfach zu verlockend. Und tatsächlich: nachdem sie den Schlossplatz in Varel erreicht haben und sich nach und nach fast sechzig weitere Unerschrockene einfinden, stellt sich die Gewissheit ein, dass das die richtige Entscheidung war. Ein bisschen aufregend ist das schon, denn während Antonia im Kindersitz mit Sicherheit durchhalten wird (wenn auch nicht immer wachen Auges), ist es für Annika die erste richtig lange Radtour. Aber da sind ja einige andere Kinder, auch gute Freunde im gleichen Alter und die Möglichkeit jederzeit in den Ja-Dan(n)-Bus umzusteigen.
Auch für die Erwachsenen ist es immer wieder ein Erlebnis in einer so großen Gruppe zu radeln. Na ja, halb Varel sitzt nicht auf dem Rad, wie vollmundig angekündigt, aber sei´s drum. Dazu kommt, dass sich das Wetter augenscheinlich fängt. Nach der Eröffnung der Tour durch den Bürgermeister geht es mit Rückenwind in Richtung Hafen – sechzig Radler auf der Straße ist doch schon beeindruckend und beim ersten Stopp am Hafen wird es richtig eng. Hier steht eine Infotafel zur Christiansburg. Dieser Standort ist ebenso wie eigens dafür entwickelte weitere Stationen in den Verlauf des Landschaftserkundungspfades integriert, der auf rund 50 Kilometern rund um Varel verläuft. Ausgearbeitet hat ihn eine Arbeitsgruppe der Lokalen AGENDA.
Es geht weiter Richtung Schleuse und von dort am Deich entlang Richtung Dangast. Die kurzen Stopps mit Erläuterungen der AGENDA-Gruppe zur Route und zu den Landschaftsräumen machen die Sache zu einer kurzweiligen Angelegenheit. Die Kinder sind schon jetzt stolz, dass sie mithalten können. Auf dem weiteren Weg nach Dangast kehrt die Gruppe in den Moorstuben ein – ein Nothalt quasi, weil viele mal müssen... Der Wirt nimmt´s Gott sei Dank gelassen und die Gäste auch. In Dangast selbst steht die erste Station des Landschaftserkundungspfads, die kurz zuvor eingeweiht wurde. Die ersten Verletzungsopfer sind zu beklagen – ein Wespenstich und ein kaputtes Knie – Gott sei Dank ist Varel so klein, dass gerade eine Homöopatin mit den richtigen Kügelchen zur Stelle ist.
Bevor noch mehr passiert, geht es weiter – am Kurhaus vorbei Richtung Ellenserdammer-Siel. Die meisten Streckenabschnitte sind wie hier kaum oder gar nicht von Autos befahren, so dass die Kinder nur auf sich selbst und auf die anderen Tourenfahrer acht geben müssen. Das steigert die Zufriedenheit. Überall ist lustiges Gebrabbel und Lachen zu hören. Über Nebenstrecken erreicht das Teilnehmerfeld den Eyting-Hof, wo die Pause angesetzt ist. Annika, Antonia, Susanne und Sören haben es sich gerade mit Freunden unter dem Pavillon im Hof gemütlich gemacht, da fängt es an wie aus Eimern zu Regnen. Dicht gedrängt sitzen sie zusammen und packen ihr Picknick aus, während dicke Tropfen auf das Zeltdach prasseln. Nach zehn Minuten ist alles vorbei – die Sonne kommt wieder zum Vorschein und alle sind froh, dass sie dieser Schauer nicht auf dem Rad erwischt hat. In der großen Scheune sitzen dann wieder alle Teilnehmer bei Kaffe und Kuchen zusammen.
Für den Rückweg teilt sich die Gruppe auf. Wer es sich zutraut nimmt den Rest den Erkundungspfades unter die Räder. Alle anderen nutzen die Möglichkeit abzukürzen und von hier zum Schlossplatz und nach Hause zurück zu fahren. Auch Familie Raddatz entscheidet sich „für den kürzeren Weg“ – denn als sie zu Hause ankommen haben sie fast 45 Kilometer abgeradelt. Für Annika die längste Radtour, die sie bis dahin gemacht hat. Und gefallen hat es ihr und den anderen auch. „Wir sind auf jeden Fall 2005 wieder dabei!“ meinen auch Susanne und Sören. In diesem Jahr nur nicht ganz so kurz entschlossen...

