31.03.2006
Gemeinsame Anstrengungen für Radler
Gemeinsame Anstrengungen für Radler
WORKSHOP Leeraner Experte stellt Konzept zur Förderung des Radverkehrs vor – Maßnahmen greifen
Parteiübergreifend wollen die Ratsmitglieder Varel noch „fahrradfreundlicher“ machen. Die Initiative „Vareler fahr’n Fahrrad“ erstellt ein Konzept.
Von Steffen Szepanski
VAREL - Das hat richtig Eindruck gemacht: Der Leeraner Diplom-Ingenieur Ehler Cuno hat am Mittwochabend den Teilnehmern des Workshops der Initiative „Vareler fahr’n Fahrrad“ das Radverkehrskonzept der Stadt Leer vorgestellt. Sowohl die Vertreter von Rat und Verwaltung als auch anwesende Bürger staunten über die zahlreichen getroffenen Maßnahmen, die Leer zur „fahrradfreundlichsten Kommune Niedersachsens 2002“ gemacht haben. Frank Glanert, Sprecher der Initiative, bekräftigte, wie wichtig ein Radverkehrskonzept für Varel sei, die anwesenden Politiker äußerten parteiübergreifend den Willen, den Fahrradverkehr in Varel weiter zu fördern. Es wird überlegt, eine Arbeitsgruppe aus Rat, Verwaltung und Initiative zu gründen.
Ehler Cuno vom Fachbereich Bauen, Planen und Umwelt der Stadt Leer hatte die Idee zur Entwicklung eines Leeraner Radverkehrskonzeptes, das er im Vareler Rathaus vorstellte. Vor über zehn Jahren wurde begonnen, es umzusetzen.
So gibt es dort Brücken, auf denen nur jeweils die Autos einer Fahrtrichtung fahren können, während die anderen an einer Ampel warten müssen. Die Radfahrer haben zwei Spuren zur Verfügung, so dass sich für sie keine Wartezeiten ergeben. Außerdem gibt es straßenunabhängige Radwege, viele Abstellmöglichkeiten für Fahrräder, diverse Aktionen, die das Fahrrad als modernes Verkehrsmittel präsentieren, Fahrradfestivals und zahlreiche Möglichkeiten für Fahrradtouristen.
Die Maßnahmen haben sich laut Cuno längst ausgezahlt. So würden in Leer 45 Prozent der Innenstadtkunden mit dem Fahrrad kommen. Eine Untersuchung habe ergeben, dass – wie auch in Varel – ein Großteil der Autofahrten im Stadtgebiet „genauso gut oder besser mit dem Fahrrad zu erledigen“ seien. Wichtig sei es, machte Cuno deutlich, dass alle Aspekte des Radverkehrs für ein Konzept zusammengetragen werden. Das sieht auch Frank Glanert so. Ein Radverkehrskonzept, wie es die Initiative erarbeitet, sei unerlässlich, um in Varel die Situation für Fahrradfahrer nachhaltig zu verbessern.
Glanert wies auf die Maßnahmen hin, die bereits von der Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) und der Gruppe „Verkehr und Mobilität“ der Lokalen Agenda 21 angestoßen worden sind. So wurden mit Hilfe des Wirtschaftsgymnasiums Analysen der durch Schüler mit dem Rad am häufigsten befahrenen Straßen und der Gefährdungen vorgenommen, Fahrradkarten entworfen und Aktionen (Vareler Fahrradsommer) ins Leben gerufen.
In einem Programm mit Sofortmaßnahmen wurden mit Hilfe der Stadtverwaltung bereits zahlreiche unnötige Hindernisse für Fahrradfahrer beseitigt. Andere Probleme seien nicht so einfach in den Griff zu kriegen. Ein Experte „von außen“ könne da helfen. Gerd-Christian Wagner, Erster Stadtrat Varels, kündigte an, das Thema im Umwelt- und Planungsausschuss wieder zur Sprache zu bringen.

