,Schutzstreifen für Radler auf der Straße‘
Lokale-Agenda-Gruppe erarbeitet Konzept für Varel – „Situation in Büppel nicht tragbar“
BÜPPEL - Die Initiative „Vareler fahr’n Fahrrad“ der Lokalen Agenda und des ADFC arbeitet seit 2005 an einem Radverkehrskonzept für Varel. Dieses soll in Kürze vorgelegt werden und Vorschläge für die Förderung des Radverkehrs in der Stadt enthalten. Entlang eines entwickelten Hauptradroutennetzes sollen beispielhafte Lösungen umgesetzt und neuralgische Punkte entschärft werden. Die aktuelle Diskussion um den Verkehr auf der Bürgermeister-Osterloh-Straße in Büppel greift einem Ansatz aus dem Konzept vor.
Die Verbindung von der Kreuzung Moorweg in Büppel über die Bürgermeister-Osterloh-Straße, Büppeler Weg, Oldenburger Straße und Neue Straße wird von der Initiative als wichtige Fahrradroute in die Innenstadt gewertet. „Die vorhandene Situation ist auf Dauer für den Radverkehr untragbar, insbesondere weil Alternativstrecken fehlen“, erläutert Frank Glanert, Sprecher der Gruppe.
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Ausgangspunkt der Überlegungen ist die Breite des einseitigen kombinierten Geh- und Radwegs. Dieser sei für den Begegnungsverkehr der Radfahrer mit 1,90 Meter deutlich zu schmal, die Ausweisung als Fahrradweg daher unzulässig. Vorschläge, den Rad- und Fußverkehr zu trennen, gingen in die richtige Richtung, seien aber zu kurz gedacht. „Sie spiegeln den Wunsch nach einem Sicherheitsgefühl wider. Diese Sicherheit ist aber trügerisch“, erläutert Glanert. Der Radverkehr auf der linken Seite sei nicht nur aufgrund der zahlreichen Einmündungen und Einfahrten gefährlich. Der Radverkehr gehört nach Ansicht der Initiative „Vareler fahr’n Fahrrad“ im wesentlichen auf die Straße. Dort sei er im Blickfeld der Autofahrer und trage zur Verlangsamung des Verkehrs bei. Dieser Umstand sei bereits durch die Anlieger in Büppel deutlich gemacht geworden. Denkbar wäre die Einrichtung eines Schutzstreifens auf der Straße, der von den Pkw zwar überfahren, auf dem aber nicht gehalten werden dürfte. Die beidseitig vorhandenen Fußwege mit Hochbord könnten für den Radverkehr freigegeben werden. Dort könnten Radler dann vorsichtig fahren, so dass Fußgänger nicht gefährdet werden. Es wäre eine Alternative für Kinder. Dieses Prinzip sei in Varel bereits umgesetzt worden. Insbesondere in Tempo-30-Zonen sollen die Radfahrer auch auf der Straße fahren. Ein Beispiel sei der weitere Verlauf der Bürgermeister-Osterloh-Straße zur Straße „Am Tannenkamp“.
„In den vergangenen Jahrzehnten haben wir uns daran gewöhnt, dem Autoverkehr Vorrang einzuräumen. Hinzu kommt das Gefühl, dass Autofahrer sich nicht an die Spielregeln halten, also zu schnell oder rücksichtslos fahren. Der Wunsch, insbesondere Kinder vor der Gefahrensituation zu schützen, ist natürlich. Radfahrer und Fußgänger dafür aber auf engstem Raum abzudrängen, ist fahrlässig“, fasst Glanert die Situation zusammen.
In Büppel fehlen nach Ansicht der Fahrrad-Initiative wie an verschiedenen anderen Stellen im Stadtgebiet die Alternativen. Bei insgesamt zunehmendem Verkehr sollten ruhige Nebenstrecken für den Radverkehr ausgebaut werden.