Sachstand ist Thema im Fachausschuss:
Radverkehrskonzept für Varel ist auf gutem Weg
Varel. Den Stand der Dinge in Sachen Radverkehrskonzept für Varel stellte Frank Glanert vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) und der Initiative „Vareler fahrn Fahrrad” kürzlich im Ausschuss für Planung und Umweltschutz vor.
Seit dem Jahr 2004 arbeitet die Initiative an der Stärkung des Radverkehrs in Varel. Grundlage dafür ist das Verkehrsmodell der Stadt und das Sofortprogramm aus dem Jahr 2005. Nach einer umfassenden Befragung in Zusammenarbeit mit der Agenda und den Vareler Schulen ist inzwischen die Erstellung eines Haupt-Radroutennetzes im Bereich der Stadt in Angriff genommen worden. Darin sind bestimmte Ziele und Stationen definiert, etwa die Innenstadt, der Bahnhof, Schulen und die Zentren der umliegenden Ortsteile. „Anhand dieses Routennetzes können wir nun erkennen, an welchen Punkten Handlungsbedarf besteht”, so Frank Glanert. Um Radverkehre effektiv zu lenken, sei die Attraktivität von Radwegen besonders wichtig: „Der Schlüssel liegt in der Bequemlichkeit der Radfahrer”, erklärte Glanert.
Als einen großen Erfolg bezeichnete der Initiativen-Sprecher den Workshop vom März 2006. Daran hatten Mitglieder der Initiative und der Lokalen Agenda teilgenommen, ebenso Politiker, Verwaltungsmitarbeiter und interessierte Bürger. Im Mittelpunkt stand das Thema Radverkehr und das von der Agenda und dem ADFC geplante Radverkehrskonzept für die Stadt Varel. Im Rahmen des Workshops wurde vereinbart, das Konzept, in dem die Strategie zur Förderung des Radverkehrs für die nächsten Jahre entwickelt werden soll, in enger Abstimmung und mit möglichst breiter öffentlicher Beteiligung zu erarbeiten. Ein Entwurf dieses Konzeptes steht inzwischen auf den Internetseiten der Initiative zur Verfügung. Grundsätzlich lobte Frank Glanert ausdrücklich die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten.
Scharfe Kritik übte er jedoch an den infrastrukturellen Verhältnissen im Nordseebad Dangast aus Radfahrer-Sicht: „Die Zustände sind eines Kurortes nicht würdig”, stellte Glanert fest und verwies auf das Vorbild Bad Zwischenahn.
Das Radverkehrskonzept sei indes keineswegs als Konkurrenz zum Verkehrsmodell der Stadt Varel zu verstehen, vielmehr als Vertiefung und Ergänzung. Das Konzept könne lediglich als Vorlage zur politischen Diskussion dienen. MMW-Fraktionschef Iko Chmielewski zeigte sich begeistert von dem Engagement: „Wir sind ihnen dankbar, dass sie die Sache in dieser Weise angestoßen haben.” Ilonka Etzold (FDP) propagierte gar einen Grundsatzbeschluss für das Konzept. Im ersten Quartal 2007 soll das vollständige Konzept vorliegen.
Nicht zuletzt spart das Engagement der Arbeitsgruppe auch Geld: Kosten, die in anderen Städten für vergleichbare Konzepte ausgegeben werden, entfallen. „Natürlich hat das Ganze Grenzen”, betonte Frank Glanert, „und zwar da, wo eine professionelle, ingenieurmäßige Betrachtung erforderlich ist.” Darum sei in Einzelfragen die Unterstützung durch einen Experten durchaus wünschenswert, so Glanert.
Autor: Michael TietzDatum: 23.10.2006

