Gute Noten von Vareler Radlern - Stand: 20.05.2005
Gute Noten in Sachen Fahrradfreundlichkeit erhielt die Stadt Varel von den Friebo-Lesern. In einer gemeinsamen Aktion wandten sich die Zeitung und die Initiative „Vareler fahr´n Fahrrad“ der Lokalen AGENDA und des örtlichen ADFC an die Vareler Bevölkerung. Dank der großen Resonanz kann ein konkretes Bild der Radverkehrssituation in Varel nachgezeichnet werden. Die Ergebnisse werden im Rahmen des Radverkehrskonzeptes aufgearbeitet. Hierfür wurden in Zusammenarbeit mit Projektgruppen des Vareler Wirtschaftsgymnasiums bereits rund 1.000 Schüler der Vareler Schulen befragt.
Gute Ergebnisse
Besonders erfreulich ist die gute Bewertung der Fahrradfreundlichkeit der Stadt durch die Teilnehmer nach dem Schulnotenprinzip. Mit einer Durchschnittsnote von 2,61 liegt Varel in einem guten Bereich im Vergleich zu anderen Städten im Rahmen von ähnlichen Bewertungsaktionen:

Dieses positive Bild spiegelt auch die Nutzung des Fahrrads wider. Die Hälfte der Befragten nutzt das Fahrrad mehrmals am Tag (50,7%). Immerhin noch rund 21% nutzen das Rad 1-2 x täglich und ungefähr genau so viele (22,54 %) mehrmals in der Woche:

Auch der Zweck der Nutzung unterstreicht den Stellenwert des Verkehrsmittels Fahrrad in Varel. Alltägliche Wege (84,51%), wie beispielsweise Einkaufsfahrten und die Nutzung in der Freizeit (66,2%) stellen die Hauptnutzung dar. Der Weg zur Arbeit oder Ausbildung (45,07%) und die Nutzung als Sportgerät (32,39%) folgen (bei der Nutzung war eine Mehrfachnennung möglich; daher auch die Abweichungen in folgender Grafik):

Bei der Anzahl der Fahrzeuge läuft das Fahrrad dem Auto in Varel den Rang ab. 65% der teilnehmenden Haushalte verfügt über einen Pkw und nur weitere 25% über zwei:

Demgegenüber gibt es eine Vielzahl von Fahrrädern: Rund 10% der Haushalte haben ein Fahrrad, 32% zwei, 17% drei, 24% vier und immerhin noch 12% haben fünf Fahrräder. Man kann davon ausgehen, dass im Schnitt nahezu jede Person in den teilnehmenden Haushalten über ein eigenes Fahrrad verfügt:

Der größte Teil der zurückgelegten Wegstrecken im Verlaufe eines Tages (auch hier waren Mehrfachnennungen möglich) liegt zwischen 5 und 10 km (67,41%).
Nach eigenen Angaben nutzen 50% der Befragten für diese Wege das Rad. Rund die Hälfte der Wegstrecken (48,84%) liegt unter 5 km. Auch hier hat das Rad mit 31,43% absolutem Anteil der Befragten die Nase vorn. 50% der Befragten legen regelmäßig Strecken zwischen 10 – 50 km zurück. Hierfür wird überwiegend das Auto genutzt. Damit ist klar, dass der überwiegende Teil der Wege, egal ob mit dem Pkw oder mit dem Rad, im Stadtgebiet Varel (inkl. Ortsteile) zurück gelegt wird und das Rad bei den Teilnehmern einen hohen Stellenwert einnimmt:

Wer hat mitgemacht?
Die Fragen nach der Haushaltsgröße, dem Alter der im Haushalt lebenden Personen und der Lage des Haushalts lassen für die Auswertung Rückschlüsse auf die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf die Gesamtbevölkerung der Stadt zu. Mehr als 90% der Teilnehmer kam aus der Stadt Varel und den Ortsteilen. Es waren alle Haushaltsformen (Singles, Paare, Mehrpersonenhaushalt) vertreten und auch die Altersverteilung ist sehr breit gefächert (2-82 Jahre), insbesondere viele ältere Menschen haben sich an der Umfrage beteiligt.

Die Frage nach dem Verbesserungspotential in Sachen Radverkehr und den positiven Beispielen wurde von den Teilnehmern in der Regel sehr umfangreich beantwortet. Hier wird in der Auswertung die meiste Arbeit zu leisten sein. Aber es ergeben sich hieraus auch eine Fülle von Ansätzen. Einige Beispiel zeigen, was in den letzten Jahren bereits erreicht wurde. Sowohl die Öffnung verschiedener Einbahnstraßen, als auch die Verbesserung der Querungsmöglichkeiten, z.B. durch Druckampeln werden mehrfach positiv heraus gehoben. Auch das Radwegenetz an sich findet großen Zuspruch. Zum Verbesserungspotential fallen vielen Teilnehmern zusätzliche Markierungen, auch als Warteflächen an Kreuzungen, einheitliche Farbgebung der Radwege oder auch bauliche Aspekte ein (Bordsteine / Gullys / Heckenpflanzen). Parkende Autos oder Mülltonnen stören den Radverkehrsfluss. Zwischen den Verkehrteilnehmern – Radfahrern und Pkws einerseits, aber auch Fußgängern und Radfahrern anderseits - kommt es augenscheinlich aus Sicht der Teilnehmer in Varel zu keinen größeren Konflikten. Diese werden nur selten angeführt - hier steht das Miteinander im Vordergrund.
Was geschieht mit den Ergebnissen?
Die Ergebnisse der Befragung sollen jetzt in die laufende Arbeit für eine Radverkehrskonzept einfließen. Die Anmerkungen zum Verbesserungspotenzial spielen hierbei natürlich eine wesentliche Rolle.