Trend: Bike-Polo
Seit Frühjahr 2010 wird im Vareler Ortsteil Büppel Bike-Polo gespielt. Zunächst probierten sich die Teilnehmer mit einfachen Holzschlägern aus. Fast jedes Wochenende üben sich seitdem Erwachsene und Jugendliche in der neuen Trendsportart. Vor allen Dingen bei den jüngeren erfreut sich das Spiel großer Beleibtheit. „Immer wieder stoßen neue Jungs und manchmal auch Mädchen dazu oder probieren es einfach einmal aus“, berichtet Frank Glanert, der die Idee nach Büppel gebracht hat. Städte wie Karlsruhe, Berlin und auch München sind in Deutschland Hochburgen - aber auch international wird gespielt: Erst kürzlich fand die Weltmeisterschaft im “Hard-Court-Bike-Polo” in Berlin statt - mit internationalem Teilnehmerfeld..
Historische Wurzeln
Fahrrad-Polo hat sich bereits vor mehr als hundert Jahren großer Beliebtheit erfreut. Damals wurde noch auf Rasen gespielt, bevor diese Sportart für Jahre nahezu in Vergessenheit geriet. Später waren es überwiegend Frauenmannschaften die Rad-Polo als Hallensport betrieben. Erst in den letzen Jahren kam die moderne Variante auf Hartplätzen auf. Teils wurde mit so genannten “Fixies” - Fahrrädern mit Stargang - gespielt. Letztlich eignen sich aber nahezu alle Straßenräder zum Polo spielen.
Mittlerweile gibt es in verschiedenen Städten Anhänger der neuen Trendsportart, die eher unkonventionell daher kommt. So wird z. B. unregelmäßig im nahgelegenen Oldenburg oder auch Hannover gespielt. In anderen Städten wie Berlin und Karlsruhe hat sich Bike-Polo zu einer festen Größe mit engagierten Spielern entwickelt. Das in Varel nahezu jede Woche Erwachsene und Jugendliche spielen, ist aber allemal ein kleine Besonderheit...
Hartplatz-Polo in Büppel
Die ersten Teilnehmer im Frühjahr 2010 fanden so viel gefallen an dem ungewöhnlichen Spiel, dass man sich seither regelmäßig am Wochenende trifft. Eine besondere Herausforderung ist die Koordinationsfähigkeit: “Rad fahren und Schläger schwingen um den Ball zu treffen, beschleunigen und dann wieder fast auf der Stelle stehen um das Tor zu decken ist gar nicht so einfach.” Gespielt wird mit einem Streethockey-Ball mit zwei Mannschaften zu drei bis vier Spielern. Die Regeln sind einfach - auf beiden Seiten bilden zwei Hütchen die Tore, die normalerweise mit der kurzen Seite des Schlägers getroffen werden müssen. Die Spieler dürfen mit den Füßen den Boden nicht berühren und müssen falls dies doch passiert am Spielfeldrand abschlagen und dürfen vorher nicht mehr ins Spiel eingreifen. Zu Beginn des Spiels liegt der Ball in der Mitte des Feldes und die Spieler stehen jeweils hinter ihrer Torlinie. Auf das Startzeichen beginnt der Sprint um das Spielgerät.
Die Schläger sind teils immer noch selbst gebaut, mit Holz- oder Aluschäften und besonders widerstandsfähigen Wasserrohrabschnitten als Kopf, teils haben die Spieler professionelle Schläger im Internet bestellt. Diese sind leichter und noch deutlich robuster als die Eigenbauten.
Turnier zum Fahrradtag geplant
Über den Winter suchen die Spieler noch eine wetterfeste Alternative - eine Halle oder wie in anderen Städten ein Parkdeck. Aber zunächst einmal soll so lange wie möglich draußen gespielt werden.
Im kommenden Frühjahr soll anlässlich des Fahrradtages zum Frühlingsfest ein Turnier in Varel veranstaltet werden. Dabei wird auf jeden Fall der Spaß im Vordergrund stehen. “Wir würden uns freuen, wenn sich bis dahin vor Ort Mannschaften bilden und wir auch z. B. aus Oldenburg und darüber hinaus Teilnehmer gewinnen könnten”, so Glanert. Wo genau und mit welchem Modus gespielt wird, wird noch zu klären sein. Helfer und Sponsoren, die z. B. notwendige Banden finanzieren sind ebenfalls erforderlich.